Tagesgeld Alternativen

Gibt es für Tagesgeld eigentlich irgendwelche guten Alternativen jetzt wo die Zinsen so niedrig sind? Viele Menschen hoffen auf Alternativen zum Tagesgeld, doch richtige Alternativen was Zinshöhe und Verfügbarkeit angeht gibt es gar nicht.

Immer mehr Banken verweisen auf ihre Festgeldangebote, verschweigen aber, dass das Festgeld erst nach Jahren wieder verfügbar ist. Gerade junge Kunden haben natürlich ganz andere Bedürfnisse, sie brauchen gut verzinstes und schnell verfügbares Geld. Wenn man allerdings in der Lage dazu ist sein Geld für 5 Jahre oder mehr auf die Bank zu legen, dann kann man auch mit Zinsen oberhalb von 3,5 Prozent rechnen. Beim Tagesgeld wären derartige Zinssätze derzeit eine Utopie.

Wann kann man wieder mit steigenden Tagesgeldzinsen rechnen? Im Finanzbereich sind die Tagesgeldzinsen neben den Bauzinsen die wichtigsten Zinsen, denn man kann durch schnell verfügbares Geld einen Vermögensaufbau betreiben bzw. durch Tagesgeldkonten und Tagesgeldhopping die Inflation bekämpfen.

Auch im Jahre 2011 werden die Tagesgeldzinsen nicht merklich steigen. Das einzige womit man vielleicht rechnen kann sind mehr Angebote, die darauf abzielen, dass man sein Depot wechselt. In diesem Zusammenhang gibt es immer häufiger sehr hohe Tagesgeldzinsen, teilweise bis zu 3,5 Prozent, allerdings nur für einen egwissen Zeitraum und meist nur bis 20.000 Euro.

Festgeld ist für die meisten Anleger einfach keine Alternative, denn es ist nicht jeden Tag verfügbar. Auch sind hier die Zinssätze nicht mehr 5-6 Prozent, sondern nur noch 2,5 bis 4 Prozent- Längst nicht mehr jeder Anbieter bietet Zinssätze von 4 Prozent an, auch für 10 Jahre nicht.

Generell gilt die Tagesgeldzinsen sind bei allen Banken fast täglich in Bewegung. Zum einen weil die Geldpolitik erheblichen Schwankungen am Weltmarkt unterliegt, zum anderen aber weil sich die Banken um die Kunden streiten und die Möglichkeit zum Banken Hopping für sich ausschöpfen wollen. Nachdem bereits die ING DiBa und die Cortal Consors Bank in letzter Zeit sich besonders um die Bestandkunden verdient gemacht haben, zieht nun die 1822 direkt Bank nach. Sie lobte jüngst für Bestandkunden 2,5% aufs Tagesgeld aus. Ein Ende diese Wettbewerbs ist nicht in Sicht.

Namhafte Online Magazine und Informationsportale wetteifern ebenfalls mit den Informationen zum tagesaktuellen Zinssatz. Ob Focus online, der Tagesgeldvergleich.net. bieten die auch hier repräsentierten Informationen, die sich damit als wirklich verifiziert erweisen. Allerdings haben gerade die Online Portale, die sich als Informationsportale verstehen die Angewohnheit, seltene Anlagemöglichkeiten, die einen hohen Zinssatz, aber noch höhere Risiken beinhalten ganz oben an zu stellen. So geschieht dies z.B. bei der letztgenannten Seite, auf der mit Tagesgeldzinsen von unglaublichen 4,6% geworben wird. Geht man auf die Suche danach, findet am Informationen, dass es sich um eine Anlage in Fremdwährung der Volksbank Lübeck handelt. Einzige Information, man muss sein Geld bereit sein in türkische Lira zu tauschen; keine sonstigen Bedingungen werden dargestellt. Man hat einfach sein Ziel erreicht, indem man die Aufmerksamkeit des unerfahrenen anlagewilligen Kunden auf seine Informationsseite gelockt hat. Erst wenn man sich dann auf die Seite der Anlage in Fremdwährung begibt, erhält man weitere Informationen über Chancen und Risiken dieser Tagesgeldanlage. Monatlich erfolgen auch hier die Zinsausschüttungen, so dass man vom Zinseszins profitieren kann. Das aber ist auch die einzige positive Aussage. Es bestehen aber Risiken durch Kaufkraftverluste beim Hin- und Hertausch sowie durch Devisenschwankungen. Letztlich auch durch die Besteuerung. Dazu muss man der Volksbank Lübeck eine Vollmacht über die Information zur Versteuerung von Zinserträgen erteilen. Schwer herauszufinden also, was sich dahinter verbirgt. Man muss sich also zusätzlich über die unterschiedlichen Devisenkurse (Briefkurs= Verkauf ausländischer Währungen und Geldkurs= Ankauf ausländischer Währungen) informieren, das Bonitätsrisiko in diesem Fall der DZ Privatbank S.A. kennen, das Devisen und Währungsrisiko kennen, wie sich der Wert des Euro zur Fremdwährung verhält und vor allem das Zinsänderungsrisiko kennen, denn ausländische Währungen können sich von einem Tag auf den anderen ändern. Hinzu kommen Länder- und Transferrisiken, was im vorliegenden Fall nicht in erster Linie auf innenpolitische Stabilitätsfragen die Aufmerksamkeit lenkt, aber wohl in Fällen andere Währungen. Auch Naturgewalten (vgl. Japan!) können durchaus eine Rolle spielen. Noch komplizierter ist es mit der Einlagensicherung. I vorliegenden Fall der türkischen Privatbank ist die Einlagensicherung auf 100000 Euro pro Kunde beschränkt. D.h. allein auf Seiten des Kunden liegen alle Risiken, auch die Bereitschaft zu akzeptieren, dass sich die Risikobereitschaft von Anlegern allgemein schnell änder kann, dass sich Inflation breit macht, dass Staatsverschuldungen zu schaffen machen etc. D.h. die Volatilität spielt bei Tagesgeldanlagen in Fremdwährungen eine wesentlich größere Rolle als sonst.

Wie verhält es sich den generell mit den Sicherheiten bei nicht-deutschen Banken? Bei ausländischen Banken mit deutschen Niederlassungen greift immer zuerst das Sicherheitsnetz am Hauptsitz der Bank. Die deutschen Sicherungseinlagen greifen erst ab dem Betrag, der über die nationalen Sicherungssysteme hinaus reicht. Eine Übersicht über die Sicherungen in der verschiedenen Ländern zeigt, dass z.B. Deutschland, die Niederlande, Luxemburg, Österreich und Frankreich die identische Einlagensicherung haben, Großbritannien ist mit 85000 Pfund dabei, was ca. 98000 Euro entspricht. In Island dagegen sind Einlagen nur bis zu 20880 Euro gesichert, in Italien liegen sie mit 103000 € knapp über der sonst europaweiten Gültigkeitsgrenze. Selbst für die Schweiz gelten 100000 Schweizer Franken. Die gleichen Werte gelten auch für Dollar und Yen.

Goldpreis aktuell